Illness name: darmkrebs
Description:
Florian Tiefenböck hat Humanmedizin an der LMU München studiert. Im März 2014 stieß er als Student zu NetDoktor und unterstützt die Redaktion seither mit medizinischen Fachbeiträgen. Nach Erhalt der ärztlichen Approbation und einer praktischen Tätigkeit in der Inneren Medizin am Uniklinikum Augsburg ist er seit Dezember 2019 festes Mitglied des NetDoktor-Teams und sichert unter anderem die medizinische Qualität der NetDoktor-Tools.
Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor (zwischenzeitlich als freie Autorin).
Unter Darmkrebs (kolorektales Karzinom) versteht man einen bösartigen Tumor des Dick- oder Mastdarms. Er entwickelt sich meist aus gutartigen Darmpolypen. Heilungschancen bestehen durch eine Operation. Weitere Methoden wie Chemo- oder Strahlentherapie unterstützen oft die Behandlung. Lesen Sie hier alles Wichtige zum Thema: Wie erkennt man Darmkrebs? Was sind seine Ursachen und Risikofaktoren? Wie wird Darmkrebs behandelt? Wie groß sind die Heilungschancen?
Darmkrebs bleibt meist lange unbemerkt. Beschwerden treten erst auf, wenn der Tumor eine gewisse Größe erreicht hat.
Hat der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium bereits in andere Organe gestreut (Metastasen), kommen gegebenenfalls weitere Symptome hinzu.
Im folgenden Text erfahren Sie, wie man Darmkrebs erkennen kann. Aber Vorsicht: Die genannten Beschwerden sind keine eindeutigen Anzeichen für Darmkrebs, sondern können auch andere Ursachen haben. Man sollte sie aber immer von einem Arzt abklären lassen.
Mehrere Patienten leiden
abwechselnd unter Verstopfung und
Durchfall
, weil der Tumor den
Darm
verengt: Der Stuhl staut sich zunächst vor dem Tumor auf. Dann wird er durch bakterielle Zersetzung verflüssigt und als manchmal übelriechender Durchfall ausgeschieden.
Dieser Wechsel von Verstopfung (Obstipation) und Durchfall (Diarrhö) wird auch als
paradoxe Diarrhö
bezeichnet. Es handelt sich um ein klassisches Warnzeichen für Darmkrebs.
Manche Patienten leiden auch nur unter wiederholter Verstopfung oder wiederholtem Durchfall.
Wenn beim Abgang von Winden zusätzlich ungewollt Stuhl ausgeschieden wird, kann das ebenfalls ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Mediziner sprechen hier vom
Phänomen des „falschen Freundes“
.
Es entsteht, wenn die Muskelspannung des analen Schließmuskels verringert ist. Der Grund dafür kann ein tief sitzender Darmkrebs sein, der den Muskel befällt und seine Funktion stört.
Manchmal verändert der Stuhlgang durch einen Darmkrebs auch bloß seine Form. Er erscheint dann etwa dünn wie ein Stift. Darauf beruht auch die Bezeichnung
„Bleistiftstühle“
.
Bei Menschen über 40 Jahren sollte generell jede Änderung der Stuhlgewohnheiten, die über drei Wochen andauert, ärztlich abgeklärt werden.
Ein bösartiger Tumor blutet leicht. Bei Darmkrebs wird dieses
Blut
zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden. So findet man bei der Mehrzahl der Darmkrebs-Patienten Blutbeimengungen im Stuhl.
Kann man Darmkrebs gut vorbeugen?
Auf alle Fälle! Viel erreicht man über die Ernährung. Sie sollte ballaststoffreich sein, viel Obst und Gemüse enthalten. Zudem sollten Sie nur wenig dunkelrotes Fleisch und geräucherte Waren verzehren. Außerdem hilfreich: Alkohol reduzieren, nicht rauchen, regelmäßig Sport treiben, Übergewicht abbauen. Und: Nutzen Sie die Vorsorgemöglichkeiten zu Darmkrebs, insbesondere die Darmspiegelung – die sogenannte Vorsorgekoloskopie.
Wie oft sollte man eine Darmkrebsvorsorge machen?
Die Vorsorgekoloskopie wird ab dem 55. Lebensjahr im Abstand von dann immer zehn Jahren empfohlen. Bei Beschwerden, erblichem Risiko oder wenn Polypen abgetragen wurden, sollte die Spiegelung aber unbedingt in kürzeren Abständen erfolgen. Ein Stuhltest auf okkultes (nicht sichtbares) Blut wird bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung ab dem 50. Lebensjahr durchgeführt. Dieser Test ist aber unsicher! Auch wenn man dabei kein Blut findet, sollte im Zweifel eine Darmspiegelung folgen.
Warum haben so viele Angst vor der Darmspiegelung?
Die Darmspiegelung ist heute eine Routineuntersuchung. Etwas unangenehm ist die Vorbereitung zur Säuberung des Darmes, der vollkommen entleert werden muss. Das ist aber unbedingt notwendig, damit wir nichts übersehen. Die eigentliche Koloskopie wird dann meist im Dämmerschlaf durchgeführt, sodass der Patient davon nichts mitbekommt. Seit man Heliumgas zur Entfaltung des Darmes einsetzt, treten auch keine massiven Blähungen nach der Untersuchung mehr auf.
Oberärztin an der Paracelsus Klinik "Am Schillergarten" in Bad Elster, seit 2009 in der Abteilung Onkologie.
Diese Blutbeimengungen sind
manchmal mit bloßem
Auge
sichtbar
. Sitzt der Darmkrebs im Bereich des Enddarms, erscheint das Blut im Stuhl hellrot (frisches Blut). Wächst der Krebs eher am Anfang des Dickdarms, erscheint das Blut dunkelrot.
Schwarzer Stuhlgang (Teerstuhl) deutet auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt (
Magen
,
Zwölffingerdarm
) hin.
Viele Darmkrebs-Patienten scheiden aber so wenig Blut aus, dass es im Stuhl nicht sofort auffällt. Diese
„unsichtbaren“ Blutbeimengungen
werden auch als
okkultes Blut
bezeichnet. Es lässt sich mit bestimmten Tests (zum Beispiel
Hämoccult-Test
) nachweisen.
Blut im Stuhl ist
kein spezifisches Darmkrebs-Anzeichen
. Meist sind Blutreste auf dem Stuhl oder dem Toilettenpapier auf Hämorrhoiden zurückzuführen. Typischerweise ist das Blut dann eher hellrot und dem Stuhl aufgelagert. Das Blut bei Darmkrebs ist aufgrund der Darmbewegungen dagegen oft mit dem Stuhl vermengt.
Auch verschiedene Darminfektionen oder chronische Darmentzündungen können blutigen Stuhlgang hervorrufen.
Darmkrebs kann auch dazu führen, dass sich der Allgemeinzustand eines Menschen verschlechtert. Die Betroffenen fühlen sich zum Beispiel ungewöhnlich
müde und schwach
und sind
nicht so leistungsfähig wie sonst
. Auch
Fieber
kann ein Anzeichen für Darmkrebs sein.
Besonders im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann
Blutarmut
(Anämie) auftreten. Sie entsteht, weil der bösartige Darmtumor oft blutet. Eine Anämie macht sich mit Symptomen wie
Blässe
, Leistungsschwäche, Müdigkeit und in schweren Fällen auch mit Atemnot bemerkbar.
Ein weiteres Darmkrebs-Anzeichen in fortgeschrittenen Stadien ist
ungewollter Gewichtsverlust
. Der Darmkrebs entzieht dem Körper zusätzlich Energie. Patienten verlieren dadurch Gewicht, auch wenn sie wie gewohnt und normal weiter essen.
Darmkrebs kann im Darm immer weiterwachsen. Ein großer Tumor kann beispielsweise den Darm so einengen, dass die Nahrungsreste die Stelle nicht mehr passieren können. So entsteht ein
Darmverschluss
(Ileus) - eine schwerwiegende Komplikation von Darmkrebs.
Schmerzen
können bei Darmkrebs ebenfalls auftreten, zum Beispiel krampfartige Bauchschmerzen. Manche Patienten haben auch Schmerzen beim Stuhlgang.
Bei weiterem Wachstum kann der Tumor die Darmwand durchbrechen und eine
Bauchfellentzündung (Peritonitis)
verursachen. Manchmal wächst der Darmkrebs auch in benachbarte Organe, etwa die
Harnblase
.
Breiten sich die Krebszellen in der Bauchhöhle auf dem Bauchfell aus, sprechen Mediziner von einer
Peritonealkarzinose
.
Wenn der Darmkrebs in andere Körperregionen gestreut hat (Metastasierung), können weitere Beschwerden auftreten. Meist bildet er Tochtergeschwülste in der
Leber
(
Lebermetastasen
). Das kann beispielsweise Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbsucht oder erhöhte
Leberwerte
im Blut verursachen.
Auch
Lungenmetastasen
sind bei Darmkrebs möglich. Sie können sich etwa durch Atemnot oder
Husten
bemerkbar machen. Seltener befinden sich Metastasen im Skelett oder im
Gehirn
.
Der End- oder Mastdarm ist das Endstück des Dickdarms. Bildet sich hier ein bösartiger Tumor, sprechen Ärzte von einem Rektumkarzinom.
Das Rektumkarzinom wird in der Regel operativ entfernt. Je nach Tumorstadium erhalten die Patienten zusätzlich eine
Strahlentherapie
und/oder
Chemotherapie
.
Mehr über diese Form von Darmkrebs lesen Sie im Beitrag
Rektumkarzinom
.
Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut. Bei vielen Menschen bleiben diese sogenannten
Darmpolypen
harmlos. Bei anderen dagegen entwickeln sie sich weiter zu Darmkrebs.
Darmpolypen gehen meist aus dem Drüsengewebe der Darmwand hervor. Damit zählen sie zu den sogenannten Adenomen. Darmkrebs, der sich aus solchen gutartigen Adenomen entwickelt, gehört demnach zu den
Adenokarzinomen
(Karzinom = Krebsgeschwulst).
Darmkrebs entwickelt sich langsam. Die Entwicklung von gesunder Darmschleimhaut zu einem Adenom bis hin zur Entartung von Krebs dauert meist Jahre.
Diesen Prozess nennen Ärzte
Adenom-Karzinom-Sequenz
oder auch serratierten Karzinogeneseweg. Größe, Anzahl und der feingewebliche Aufbau der Adenome bestimmen das Darmkrebs-Risiko.
Ausgelöst wird Darmkrebs nach derzeitigem Kenntnisstand durch
verschiedene Risikofaktoren
. So zählen unter anderem bestimmte Ernährungs- und Lebensgewohnheiten sowie erbliche Faktoren zu den möglichen Ursachen eines kolorektalen Karzinoms.
Eine
ballaststoffarme, fettreiche und fleischbetonte Ernährung
(besonders viel rotes Fleisch und verarbeitete Wurstwaren) erhöht das Risiko für Darmkrebs. Diese Nahrung passiert den Darm langsamer als pflanzliche, ballaststoffreiche Kost. Krebserregende Stoffe aus der Nahrung bleiben länger in Kontakt mit der Darmschleimhaut und können diese schädigen, vermuten Experten.
Bewegungsmangel und Übergewicht
begünstigen ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs. Auch
Alkohol und Nikotin
steigern das Risiko für ein kolorektales Karzinom (und andere Krebserkrankungen).
Man kann beobachten, dass Verwandte ersten Grades (Eltern, Kinder, Geschwister) von Darmkrebs-Patienten häufiger selbst an dieser Krebsart erkranken als andere Menschen. Ist Darmkrebs also vererbbar? Wer hat ein erhöhtes Risiko? Was ist dann wichtig?
Zum einen gibt es offensichtlich eine genetische Veranlagung. Eindeutige Veränderungen im Erbgut können Forscher dabei aber nicht entdecken. Doch nicht jeder, der Angehörige mit Darmkrebs hat erkrankt selbst daran. Meist löst die Kombination aus Erbanlagen und Lebensstil den Darmkrebs aus.
Häuft sich Darmkrebs in einer Familie, haben Verwandte ersten Grades wie Geschwister und Kinder ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, selbst Darmkrebs zu bekommen. Erkrankt ein erstgradiger Angehöriger vor dem 60. Lebensjahr, steigt dieses Risiko sogar auf das Drei- bis Vierfache.
„Erhöhtes Risiko“ heißt nicht, dass Betroffenen auf jeden Fall an Darmkrebs erkranken!
Auch Darmpolypen in der Familie spielen eine Rolle. Fanden Ärzte solche bei Verwandten ersten Grades vor deren 50. Lebensjahr, ist das eigene Darmkrebsrisiko ebenfalls erhöht.
Verwandte zweiten Grades hingegen (Enkel, Großeltern Cousins, Cousinen und deren Eltern) haben ein nur noch geringfügig erhöhtes Darmkrebs-Risiko. Genaue Zahlen sind aber noch nicht bekannt.
Nach aktuellem Kenntnisstand haben Verwandte dritten Grades kein erhöhtes Risiko für Darmkrebs mehr.
Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen offen über bisherige Krankheiten in der Familie! Nur so könne Sie, aber auch Ihre Verwandten ein mögliches Darmkrebs-Risiko erkennen!
Allerdings gibt es nachweisbare
Genveränderungen
(Mutationen), die direkt die Bildung eines bösartigen Tumors im Darm begünstigen. Die zwei bekanntesten Darmkrebs-Erbkrankheiten sind:
Betroffene erkranken bei diesen Erbkrankheiten deutlich früher als üblich. So raten Ärzte allen, bei denen ein Verdacht auf HNPCC besteht, jährliche Darmspiegelungen ab dem 25. Lebensjahr. FAP-Betroffene untersuchen Ärzte sogar schon ab dem zehnten Lebensjahr einmal jährlich und entfernen auffällige Polypen.
Das
Alter
hat ebenfalls einen großen Einfluss: Je älter jemand ist, desto höher ist sein Darmkrebs-Risiko. Etwa 90 Prozent aller Dickdarmkarzinome treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Mehr als die Hälfte der Darmkrebspatienten ist älter als 70 Jahre.
Das Darmkrebs-Risiko ist auch erhöht, wenn jemand an einer
chronisch entzündlichen Darmerkrankung
leidet. Betroffen sind vor allem Menschen mit
Colitis ulcerosa
: Bei ihnen ist der Dickdarm chronisch entzündet. Etwa fünf Prozent der Betroffenen entwickeln Darmkrebs.
Auch bei
Morbus Crohn
kann das Risiko für ein Kolonkarzinom erhöht sein. Das gilt besonders, wenn die chronische Entzündung den Dickdarm betrifft (meist beschränkt sie sich aber auf den letzten Dünndarmabschnitt).
Menschen mit der
Zuckerkrankheit vom Typ 2
(Diabetes mellitus Typ 2) haben in der Anfangsphase der Erkrankung vermehrt den Botenstoff
Insulin
im Blut. Diese sind nach Einschätzung mancher Forscher dafür verantwortlich, dass das Risiko für Darmkrebs deutlich erhöht ist. Insulin fördert nämlich offenbar allgemein das Wachstum und die Vermehrung von Zellen - auch von Krebszellen.
Pro Jahr erkranken etwa 29.500 Frauen und 33.500 Männer an Darmkrebs. Bei der Diagnose sind die Patienten im Schnitt 71 Jahre (Männer) bzw. 75 Jahre (Frauen) alt.
Bei Verdacht auf Darmkrebs sollten Sie sich zuerst an Ihren Hausarzt wenden. Falls eine Darmspiegelung sinnvoll ist, wird er Sie an einen Facharzt für Gastroenterologie überweisen.
Der Arzt wird sich zuerst ausführlich mit Ihnen unterhalten, um Ihre
Krankengeschichte zu erheben
(
Anamnese
). Er lässt sich Ihre Beschwerden genau schildern. Außerdem holt er Informationen ein, die ihm helfen, die Wahrscheinlichkeit von Darmkrebs bei Ihnen besser einzuschätzen. Mögliche Fragen des Arztes im Anamnesegespräch sind:
Als nächstes untersucht Sie der Arzt: Er hört unter anderem mit dem Stethoskop auf Ihren Bauch und tastet ihn mit den Händen ab. Bei Darmkrebs kann die Tastuntersuchung manchmal schmerzhaft sein.
Eine wichtige Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs ist die sogenannte
digital-rektale Untersuchung (DRU)
. Dabei führt der Arzt seinen Finger in den After und tastet das Ende des Darms mit dem Finger ab. Ein dort sitzender Darmkrebs lässt sich auf diese Weise leicht ertasten (hart, höckerig). Manchmal erkennt der Arzt nach einer DRU auch Blutreste am Handschuh.
Bis zu zehn Prozent der Darmkrebs-Erkrankungen lassen sich so ertasten!
Manchmal wird anhand einer Stuhlprobe untersucht, ob dem Stuhl Blut beigemengt ist, das nicht mit bloßem Auge sichtbar ist (okkultes Blut). Dieser Test heißt
fäkaler okkulter Bluttest
(FOBT)
.
FOBTs sagen aber nichts darüber aus, wo genau es im Magen-Darm-Trakt blutet. Auch bei geschlucktem Blut, etwa bei Nasen- oder
Zahnfleischbluten
kann der Test positiv ausfallen.
Umgekehrt bluten nicht alle Darmtumoren - oder zumindest nicht dauernd. Auch wenn der Test negativ ausfällt, können also Krebstumore im Darm vorhanden sein (falsch-negatives Ergebnis). Eine Darmspiegelung ist daher immer die sicherere Alternative.
Seit einiger Zeit verwenden Ärzte den sogenannten
Immunologischen Stuhltest (i-FOBT)
. Er kann zwischen menschlichem und tierischem Blut (bei Verzehr von rohem Fleisch) im Stuhl unterscheiden. Das geschieht mithilfe von Antikörpern, die nur an menschliches Blut binden.
Den Test erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder Gastroenterologen. Er enthält einen Spatel, eine Auffangvorrichtung für die Toilette und ein Röhrchen. Sie füllen eine Stuhlprobe in das Röhrchen und geben dieses bei Ihrem Arzt ab. Er schickt den Test zur Untersuchung in ein Labor.
Beim immunologischen Stuhltest reicht in der Regel eine Stuhlprobe aus.
Frauen sollten den immunologischen Stuhltest nicht während oder kurz nach der Periode durchführen. Das kann zu einem falsch-positiven Testergebnis führen.
Mehr zum Test und seiner Genauigkeit lesen Sie im Beitrag
Immunologischer Stuhltest (iFOBT)
.
Der früher gebräuchliche
Hämoccult-Test
wurde inzwischen durch den immunologischen Stuhltest weitgehend ersetzt.
Er springt auch auf tierisches Blut und manche Gemüsesorten an. Patienten, die beispielsweise vor der Probenentnahme rohes Fleisch essen, erhalten ein falsch-positives Ergebnis.
Ob Immunologischer Stuhltest oder Hämoccult-Test: Besteht der Verdacht auf Darmkrebs wird zusätzlich eine Darmspiegelung durchgeführt.
Es gibt noch weitere Tests, die den Stuhl nach Anzeichen von Darmkrebs untersuchen. Der M2-PK-Test sucht beispielsweise nach einem bestimmten Eiweiß, das mit dem Tumor in Verbindung gebracht wird. Die aktuellen ärztlichen Leitlinien empfehlen den Einsatz dieses Tests nicht.
Genetische oder DNA-Stuhltests suchen gezielt nach Darmkrebszellen – anhand deren Erbgut. Die Studien deuten auf einen Nutzen hin, die Daten reichen jedoch nicht für eine Empfehlung aus. Außerdem ist dieser Test im Vergleich sehr teuer.
Sie ist die
aussagekräftigste Untersuchung bei Verdacht auf Darmkrebs
. Spezialisierte Ärzte (Gastroenterologen) untersuchen den Darm dabei mit einem schlauchförmigen Instrument (Endoskop), das mit einer kleinen Kamera und einer Lichtquelle ausgestattet ist. Das Endoskop wird in den Darm eingeführt. Das Darminnere wird dann über einen Monitor betrachtet.
Im Rahmen der Darmspiegelung kann der Arzt auffällige Darmpolypen direkt entfernen. Außerdem ist es möglich, Gewebeproben (Biospien) von verdächtigen Stellen der Darmschleimhaut zu entnehmen. Sie werden anschließend feingeweblich (histologisch) untersucht. So lässt sich Darmkrebs sicher erkennen oder ausschließen.
Mehr über den Ablauf der Untersuchung lesen Sie im Beitrag
Darmspiegelung
.
Ist eine normale Darmspiegelung nicht durchführbar, kann der Arzt auf eine virtuelle Darmspiegelung oder eine
Rektoskopie
/Sigmoidoskopie ausweichen.
Bei der
virtuellen Darmspiegelung
(CT- oder MR-Kolonografie) liefern eine
Computertomografie
(CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) viele Bilder des Darms. Aus ihnen berechnet ein Computer ein dreidimensionales Bild und stellt es grafisch dar.
Auch hier muss der Patient seinen Darm vorher mit Abführmitteln komplett entleeren (wie bei einer normalen Darmspiegelung).
Ein Nachteil der virtuellen Darmspiegelung ist, dass das Ergebnis nicht so präzise ist wie bei der normalen Darmspiegelung. Außerdem können während der Untersuchung weder Polypen entfernt noch Gewebeproben entnommen werden. So kann im Anschluss doch noch eine richtige Darmspiegelung oder ein operativer Eingriff notwendig sein.
Die
Rektoskopie
ist die Spiegelung des Enddarms mit einem Endoskop. Bei der
Sigmoidoskopie
untersucht der Arzt neben dem Enddarm auch noch den davorliegenden Darmabschnitt (S-förmige Grimmdarmschlinge). Im Unterschied zur normalen Darmspiegelung begutachtet der Arzt bei dieser „kleinen“ Darmspiegelung nicht den ganzen Dickdarm.
Steht die Diagnose Darmkrebs fest, müssen weitere Untersuchungen zeigen, wie weit der Krebs schon fortgeschritten ist (Darmkrebs-Stadien: siehe unten). Ärzte sprechen dabei vom sogenannten „Staging“:
Bei Darmkrebspatienten misst der Arzt regelmäßig sogenannte
Tumormarker
im Blut
. Tumormarker sind Substanzen, die bei vielen Krebserkrankungen verstärkt im Blut zu finden sind.
Bei Darmkrebs kann vor allem das "carcinoembryonale Antigen" (
CEA
) im Blut erhöht sein. Es eignet sich allerdings nicht zur Früherkennung von Darmkrebs. Denn auch gesunde Darmzellen produzieren CEA, zudem kann der Wert bei Rauchern und Lebererkrankungen erhöht sein. Der CEA-Spiegel hilft vielmehr, den Krankheitsverlauf und Therapie-Erfolg zu beurteilen.
Nach der operativen Entfernung des Tumors sinken die CEA-Werte meist in den Normalbereich ab. Kommt es zu einem Rückfall (Rezidiv), steigt der Wert erneut an. Auch die Wirkung einer Chemotherapie lässt sich am CEA abschätzen.
Ärzte bestimmen den CEA-Wert auch nach erfolgreicher Therapie – im Rahmen der Nachsorge. So lässt sich ein Rückfall oft frühzeitig erkennen!
Bei Verdacht auf erblich bedingten Darmkrebs (HNPCC, FAP und weitere seltene Formen) erfolgt im Normalfall eine
genetische Beratung und Untersuchung
. Dabei wenden sich Betroffene an spezialisierte Zentren. Der Experte untersucht dann das Erbgut des Patienten auf charakteristische Genveränderungen (Mutationen).
Entdeckt der Arzt dabei eine erblich bedingte Darmkrebs-Neigung, bietet er auch nahen Verwandten (Eltern, Geschwister, Kinder) eine genetische Beratung und einen Gentest an. Außerdem kann der Arzt die weitere, individuelle Darmkrebsvorsorge empfehlen. Diese richtet sich nach der Ursache:
Für die Stadien-Einteilung bei Darmkrebs sind zwei Systeme üblich: Da gibt es zunächst die sogenannte TNM-Klassifikation. Sie lässt sich bei fast allen Tumoren anwenden und beschreibt die Ausbreitung der Geschwulst. Anhand der TNM-Klassifikation kann die Krebserkrankung dann in bestimmte Darmkrebs-Stadien nach der UICC (Union internationale contre le cancer) eingeteilt werden.
TNM ist eine Abkürzung für folgende drei Begriffe:
Für jede dieser drei Kategorien wird ein Zahlenwert vergeben. Je fortgeschrittener die Erkrankung, desto größer ist der Zahlenwert. Die TNM-Klassifikation bei Darmkrebs lautet:
Tis
Carcinoma in situ
Bei einem Carcinoma in situ (CIS) handelt es sich um eine Frühform von Darmkrebs. Der Darmkrebs befindet sich noch in der obersten Gewebeschicht (Epithel).
T1
Befall der Submukosa
Der Tumor hat sich bis in die dünne Bindegewebsschicht (Submukosa)unterhalb der Darmschleimhaut ausgebreitet.
T2
Befall der Muscularis propria
Der Tumor erstreckt sich noch weiter bis in die Muskelschicht unterhalb der Submukosa.
T3
Befall der Subserosa und des perikolischen bzw. perirektalen Fettgewebes
Der Tumor hat alle Wandschichten des Darms befallen und erstreckt sich bis zur außen liegenden Bindegewebsschicht (Subserosa) oder bis ins angrenzende Fettgewebe.
T4
Infiltration des Peritoneums (T4a) oder anderer Organe/Strukturen (T4b)
Der Tumor hat auch das Bauchfell (Peritoneum) oder andere Organe befallen.
N0
Kein Lymphknotenbefall
N1
1-3 regionäre Lymphknoten
Regionäre Lymphknoten sind die Lymphknotenstation in der Nähe des Tumors
N2a
4-6 regionäre Lymphknoten
N2b
≥7 regionäre Lymphknoten
M0
Keine Fernmetastasen
M1a
Fernmetastasen: Nur ein Organ betroffen
Eine sogenannte Peritonealkarzinose ist ein flächiger Befall des Bauchfells (Peritoneums) mit Krebszellen.
M1b
Fernmetastasen: Mehr als ein Organ betroffen oder Peritonealkarzinose
Die Darmkrebs-Stadien der UICC (Union internationale contre le cancer) basieren auf der TNM-Klassifikation. Je nach Ausmaß des Tumorbefalls wird Darmkrebs bei jedem Patienten einem bestimmten UICC-Stadium zugeordnet. Danach richtet sich dann die Behandlung. Außerdem lässt sich anhand des UICC-Stadiums die Prognose des Patienten grob abschätzen.
Beispiele:
Ein Patient mit einem fortgeschrittenen Tumor (T4) nach der TNM-Klassifikation ist immer noch im UICC-Stadium II, solange keine Tochterabsiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen bestehen (N0, MO). Andererseits ist ein Patient mit einer nachgewiesenen Fernmetastase (M1) immer im schwersten Darmkrebs-Stadium IV.
Hier eine Übersicht über alle UICC-Darmkrebs-Stadien:
UICC-Stadium:
TNM-Klassifikation
0
Tis
I
bis T2, wenn N0 und M0
II
T3 bis T4, wenn N0 und M0
III
jedes T bei N1 oder N2 und M0
IV
jedes T und jedes N, wenn M1
Wird Darmkrebs rechtzeitig entdeckt, also bevor er Tochterabsiedlungen im Körper gebildet hat, ist er oft heilbar. Die genaue Therapie von Darmkrebs richtet sich zunächst danach, welcher Darmabschnitt betroffen ist.
So gibt es grundsätzliche Unterschiede zwischen der Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und der von Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom). In diesem Textabschnitt wird die Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) erklärt.
Wie der Mastdarmkrebs behandelt wird, erfahren Sie im Text
Rektumkarzinom
.
Der genaue Therapieplan bei Dickdarmkrebs hängt von mehreren Faktoren ab: So spielt es eine Rolle, wo genau der Tumor sitzt, wie groß er ist und ob er bereits in andere Körperregionen gestreut hat (Tumorstadium). Auch das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten beeinflussen die Therapieplanung.
Die wichtigste Behandlungsmethode bei Darmkrebs ist die Operation: Chirurgen schneiden den betroffenen Teil des Darms heraus.
Die verbliebenen Darmenden näht der Operateur dann zusammen. So hat der Patient wieder einen durchgängigen Darm. Nur ganz selten muss bei Dickdarmkrebs dauerhaft oder vorübergehend ein künstlicher Darmausgang (
Anus
praeter, Stoma) geschaffen werden.
Zusammen mit dem befallenen Darmabschnitt werden auch die angrenzenden Lymphknoten entfernt. Darmabschnitt und Lymphknoten untersuchen Pathologen feingeweblich unter dem Mikroskop. Beim Darmgewebe kontrolliert man, ob der Tumor vollständig herausgeschnitten wurde. Bei den entnommenen Lymphknoten prüfen die Ärzte, ob bereits Krebszellen dorthin gestreut haben.
Auch in weiter fortgeschrittenen Stadien versuchen Ärzte, den Darmkrebs operativ zu behandeln. So schneiden sie Tochtergeschwülste wie Lungen- oder Lebermetastasen ebenfalls heraus. Die Voraussetzung ist aber, dass Lage und Anzahl der Metastasen sowie der Allgemeinzustand des Patienten dieses Vorgehen zulassen.
Bei weiter fortgeschrittenem Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) erhalten viele Patienten zusätzlich zur Operation eine
Chemotherapie
. Hier ist nämlich die Gefahr sehr groß, dass sich schon einzelne Krebszellen im Körper verteilt haben. Die Chemotherapie hat das Ziel diese Krebszellen abzutöten.
Eine Chemotherapie nach der Operation nennen Mediziner
adjuvante Chemotherapie
. Zudem behandeln Ärzte einen metastasierten Darmkrebs mit Chemotherapie, insbesondere dann, wenn sie die Absiedlungen nicht operieren können.
Der Patient erhält dabei spezielle Krebsmedikamente, sogenannte Zytostatika. Sie hemmen das Wachstum der Krebszellen oder schädigen sie direkt, sodass sie zugrunde gehen. Die Zytostatika werden in regelmäßigen Abständen entweder als
Infusion
und/oder in Tablettenform verabreicht. Die Therapiedauer erstreckt sich über ungefähr ein halbes Jahr.
Mehr zum Ablauf der Therapie erfahren Sie im Beitrag
Chemotherapie
In manchen Fällen eines fortgeschrittenen Dickdarmkrebses ergänzen Ärzte die Chemotherapie um eine Immuntherapie. Dabei kommen spezielle Antikörper zum Einsatz, die sich gegen spezifische Merkmale des Tumors richten.
Die
Immuntherapie bei Krebs
eignet sich deshalb vor allem für Patienten, deren Tumor genau diese Merkmale aufweist. Dazu testen Ärzte (Pathologen) im Rahmen einer sogenannten molekularpathologischen Untersuchung das Erbgut des Darmkrebses auf verschiedene Genveränderungen (z.B. RAS-, BRAF-, Mikrosatellitenstatus).
Beim Darmkrebs verwenden Ärzte beispielsweise
EGF-Rezeptor-Antikörper
(wie Cetuximab oder Panitumumab). Sie besetzen die Andockstellen (Rezeptoren) für den epidermalen Wachstumsfaktor (engl. epidermal growth factor, EGF) an den Krebszellen. Der Wachstumsfaktor kann nicht mehr Andocken - das Tumorwachstum wird gebremst.
Eine andere Immuntherapie beinhaltet
VEGF-Antikörper
(wie
Bevacizumab
): Der "vascular endothelial growth factor" (VEGF) sorgt eigentlich dafür, dass sich neue
Blutgefäße
bilden (Angiogenese) und den Tumor mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.
Die Antikörper hemmen den VEGF und verhindern damit die Neubildung tumorversorgender Blutgefäße (Angiogenesehemmer). Der Darmkrebs erhält also nicht mehr genug Blut, um sich weiter ausbreiten zu können.
Eine Strahlentherapie spielt bei Darmkrebs vor allem dann eine Rolle, wenn der Tumor im Enddarm sitzt (Rektumkarzinom).
Bei Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) ist sie dagegen nicht üblich. Sie kann höchstens sinnvoll sein, um etwa Metastasen in Knochen oder Gehirn gezielt zu bekämpfen.
Absiedlungen in der Leber sind häufig beim Darmkrebs. Normalerweise versuchen Ärzte, diese Metastasen operativ zu entfernen. Das ist aber nicht immer möglich. Dann können andere Verfahren zum Einsatz kommen. Dazu zählen vor allem die Radiofrequenzablation (RFA) und die Selective Internal Radiation Therapy (SIRT).
Mehr zu Lebermetastasen und ihrer Therapie lesen Sie in unserem Beitrag
Lebermetastasen
.
Darmkrebs ist eine schulmedizinisch gut behandelbare aber schwere Erkrankung. Wenn Sie alternaitvmedizinsiche Konzepte anwenden möchten, sollten Sie das immer mit ihren behandelnden Ärzten absprechen. So können sie mögliche Wechselwirkungen ausschließen.
Zur pflanzlichen Behandlung setzen machen Patienten auf eine Misteltherapie. Ihre Wirkung ist allerdings nicht belegt, die Studien hierzu sind meist von schlechter Qualität. Die wenigen guten Untersuchungen zur Misteltherapie zeigen keinen Einfluss auf eine Tumorerkrankung wie Darmkrebs.
Bei schweren Krebsleiden werden zudem auch Mittel angeboten, die keine wissenschaftliche Grundlage haben und teuer sind. Gerade pflanzliche Mittel aus Asien sind zudem überdies immer wieder verunreinigt (Schwermetalle, Pestizide u.a.).
Natürlich können Sie in Abstimmung mit Ihren behandelnden Ärzten alternativmedizinische Therapien als Ergänzung zur Schulmedizin versuchen. Diese könnten beispielsweise Nebenwirkungen der Therapie oder Krankheitssymptom lindern. Dazu beitragen kann ein
Placeboeffekt
, der tatsächlich starke Wirkung entfalten kann. Dass alternative Therapien den Krebs tatsächlich ursächlich bekämpfen könnten, scheint nach aktuellem Stand der Forschung sehr unwahrscheinlich.
Wenn Sie alternativmedizinische Therapien bei Krebs einsetzten, sprechen Sie dies mit Ihren behandelnden Ätzten ab. So können Sie mögliche Wechselwirkungen ausschließen. Wissenschaftliche Belege zur Wirksamkeit von alternativmediznischen Therapien zur Heilung Krebs gibt es nicht.
Der Krankheitsverlauf und die Prognose von Darmkrebs hängen entscheidend vom Erkrankungsstadium ab. Prinzipiell versuchen Ärzte immer, den Darmkrebs zu heilen (kurative Behandlung). Manchmal können sie aber nur noch das Fortschreiten und damit einhergehende Komplikationen mit einer Therapie hinauszögern, den Tod aber nicht verhindern (palliative Behandlung).
Nach der kurativen Behandlung erstellt der Arzt einen individuellen Nachsorgeplanüber einen Zeitraum von fünf Jahren. In diesem Rahmen erhält der Patient spezielle Nachsorgeuntersuchungen.
Sie umfassen zum Beispiel ein Arzt-Patienten-Gespräch, eine körperliche Untersuchung, die Bestimmung des Tumormarkers CEA im Blut, eine Darmspiegelung (
Kolposkopie
), Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums sowie gegebenenfalls eine Computertomografie. Wann welche Untersuchung ansteht, erfährt der Patient von seinem Arzt.
Ob Darmkrebs heilbar ist, hängt entscheidend vom Stadium der Erkrankung ab. Frühzeitig entdeckt und behandelt ist er gut heilbar. Die Darmkrebs-Heilungschancen sinken aber, je weiter fortgeschritten der Tumor ist.
Dabei ist bei einem flächigen Befall des Bauchfells (Peritonealkarzinose) die mittlere Überlebenszeit der Patienten noch niedriger als bei anderen Metastasen (zum Beispiel in der Leber).
Die Lebenserwartung von Darmkrebspatienten ist in den letzten Jahren gestiegen. Das liegt zum einen am Vorsorgeprogramm: Ab einem bestimmten Alter sind regelmäßige Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchungen vorgesehen. So wird Darmkrebs oft schon in frühen Stadien entdeckt. Zum anderen steigern auch verbesserte Therapiemöglichkeiten die Lebenserwartung von Darmkrebs-Patienten.
Generell hängt die Darmkrebs-Lebenserwartung vom Erkrankungsstadium ab. Sie wird üblicherweise mit der sogenannten
Fünf-Jahres-Überlebensrate
angegeben. Darunter versteht man jenen Anteil der Patienten, der fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben ist.
Voraussetzung dafür ist natürlich, dass eine Behandlung stattgefunden hat. Für Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) und Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) betragen die Fünf-Jahres-Überlebensraten etwa:
UICC-Stadium:
Dickdarmkrebs
Mastdarmkrebs
I
95 Prozent
95 Prozent
II
90 Prozent
85 Prozent
III
65 Prozent
55 Prozent
IV
5 Prozent
5 Prozent
Bitte bedenken Sie, dass es sich dabei um statistische Mittelwerte handelt. Die Prognose im Einzelfall kann zum Teil erheblich von diesen Werten abweichen.
Betroffene mit Darmkrebs im höchsten Stadium (Stadium IV) haben leider eine sehr schlechte Prognose. In dieser Situation ist eine Heilung (kurativer Therapieansatz) in der Regel nicht mehr möglich. Die Patienten erhalten dann eine palliative Behandlung.
Sie zielt vor allem darauf ab, die Beschwerden des Patienten zu lindern und so seine Lebensqualität zu verbessern. Mit einer
palliativen Chemotherapie
versuchen Ärzte auch, das Voranschreiten und weitere Leiden so lang wie möglich hinauszuzögern. Darmkrebs-Patienten müssen sich aber bewusst sein, dass die Chemotherapie sie nicht heilen kann.
Darmkrebs verursacht oft erst dann Beschwerden, wenn er schon weiter fortgeschritten ist. Dann sind die Heilungschancen nicht mehr so gut wie in frühen Krebsstadien. Deshalb sind Vorsorgeuntersuchungen sehr wichtig. Das gilt besonders, wenn jemand bekannte Risikofaktoren für ein kolorektales Karzinom aufweist wie Übergewicht oder vermehrt beziehungsweise frühe Darmkrebs-Erkrankungen in der Familie.
Im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge zahlen die Krankenkassen für Patienten ab 50 Jahren bestimmte Untersuchungen in bestimmten Zeitabständen. Dazu zählen zum Beispiel eine Untersuchung des Stuhls auf "verstecktes" (okkultes) Blut sowie die Darmspiegelung.
Wann Sie einen gesetzlichen Anspruch auf solche
Darmkrebs
-Vorsorgeuntersuchungen haben, erfahren Sie im Beitrag
Darmkrebsvorsorge
.
Neben den genannten Risikofaktoren für Darmkrebs gibt es auch Einflussfaktoren, die vor Darmkrebs schützen. Dazu gehören regelmäßige körperliche Aktivität und eine ballaststoffreiche, fleischarme Ernährung. Die Bewegung und die Ballaststoffe regen die Darmbewegungen an. Die Nahrungsreste werden dadurch schneller durch den Darm transportiert. So können Giftstoffe im Stuhl weniger lang auf die Darmschleimhaut einwirken - das Risiko für
Darmkrebs
sinkt.
Mehr Informationen über Darmkrebs und die Darmkrebsvorsorge finden Sie auf den Seiten der
Felix-Burda-Stiftung
(www.felix-burda-stiftung.de)
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.
Florian Tiefenböck hat Humanmedizin an der LMU München studiert. Im März 2014 stieß er als Student zu NetDoktor und unterstützt die Redaktion seither mit medizinischen Fachbeiträgen. Nach Erhalt der ärztlichen Approbation und einer praktischen Tätigkeit in der Inneren Medizin am Uniklinikum Augsburg ist er seit Dezember 2019 festes Mitglied des NetDoktor-Teams und sichert unter anderem die medizinische Qualität der NetDoktor-Tools.
Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für NetDoktor (zwischenzeitlich als freie Autorin).
Darmkrebs
Kurzübersicht
Darmkrebs: Symptome
Veränderter Stuhlgang
Blut im Stuhl
Nutzen Sie die Darmkrebsvorsorge!
Drei Fragen an
Fachärztin für Innere Medizin
Fachärztin für Innere Medizin
Sichtbares Blut
Okkultes Blut
Andere Ursachen für blutigen Stuhl
Leistungsschwäche und Müdigkeit
Blutarmut
Gewichtsverlust
Darmverschluss
Schmerzen
Bauchfellentzündung
Metastasen
Darmkrebs: Rektumkarzinom
Darmkrebs: Ursachen und Risikofaktoren
Adenom-Karzinom-Sequenz
Risikofaktoren für Darmkrebs
Ernährung und Lebensstil
Genetische Faktoren
Genetische Veranlagung
Erblicher Darmkrebs
Risikofaktor Alter
Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Diabetes mellitus Typ 2
Darmkrebs: Untersuchungen und Diagnose
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Immunologischer Stuhltest (i-FOBT)
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Weitere Stuhltests
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Virtuelle und kleine Darmspiegelung
Virtuelle Darmspiegelung
Rekto-Sigmoidoskopie (kleine Darmspiegelung)
Weitere Untersuchungen bei Darmkrebs
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Darmkrebs: Behandlung
Darmkrebs: Operation
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VEGF-Antikörper
Strahlentherapie bei Darmkrebs
Therapie von Lebermetastasen
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Darmkrebsvorsorge
Vor Darmkrebs schützende Faktoren
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