Illness name: analfissur
Description:
Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.
Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.
Eine
Analfissur
ist ein Riss in der Analschleimhaut, der oft durch zu starkes Pressen bei häufiger Verstopfung oder häufigem Durchfall entsteht. Typisch ist der starke, stechende Schmerz während des Stuhlgangs und danach. Erfahren Sie hier, welche weiteren Symptome eine Analfissur verursacht, welche Salben und anderen Behandlungsmaßnahmen Ärzte empfehlen und wie eine wirksame Vorbeugung aussieht.
Die Analfissur oder Afterriss (lat. fissura, "Riss") ist ein längs verlaufender Einriss der feinen
Haut
beziehungsweise der Schleimhaut an der Mündung des Analkanals (
Anoderm
). Dort liegen sehr viele empfindliche Nervenendigungen. Entsprechend schmerzhaft ist eine Verletzung in diesem Bereich. Schmerzen zeigen sich insbesondere während und/oder nach dem Stuhlgang.
Eine Analfissur tritt als akute Erkrankungsform sowie als immer wiederkehrende also chronische Form auf. Je nach Form unterscheiden sich die ärztlichen Behandlungsmaßnahmen. Im akuten Fall kommen vor allem Salben gegen die Analfissur zum Einsatz. Bei der chronischen Form ziehen Ärzte Operationen in Betracht.
Die Analfissur ist eine häufige Erkrankung, genaue Daten liegen allerdings nicht vor. Ärzte schätzen, dass die Analfissur so oft wie Blinddarmentzündung auftritt.
Männer und Frauen erkranken gleichermaßen, vor allem in der vierten bis fünften Lebensdekade. Bei Frauen tritt die Analfissur häufiger im Rahmen einer Schwangerschaft sowie nach der Geburt auf. Auch Babys und Kleinkinder sind betroffen, häufig zwischen dem sechsten und vierundzwanzigsten Lebensmonat.
Das Hauptsymptom einer
akuten Analfissur
sind starke, stechende
Schmerzen
am After. Eine Analfissur ohne Schmerzen ist nicht bekannt, da diese entstehen, wenn die Haut einreißt. In der Folge ist die Ausscheidung des Stuhls nur unter Schmerzen möglich (schmerzhafte Defäkation).
Um diese Schmerzen zu vermeiden, halten viele Betroffene den Stuhl zurück (Stuhlverhalt). Ein Teufelskreis, denn der zurückgehaltene Kot dickt weiter ein und wird noch härter. Letztlich ist der Toilettengang dadurch noch schmerzhafter. Typischerweise bleiben die Beschwerden nach dem WC-Besuch in Form eines
brennenden Dauerschmerzes
bestehen.
Hinzukommt, dass sich der
Schließmuskel
durch den Schmerz meist
stark verkrampft
. Dadurch verstärken sich die Beschwerden immer weiter. Durch den verkrampften Schließmuskel ist das Gewebe schlechter durchblutet, sodass die Analfissur schlechter abheilt. Es besteht das Risiko, dass sich aus dem akuten Riss eine
chronische Analfissur
entwickelt.
Außerdem verursachen die Krämpfe des Schließmuskels möglicherweise
weitere Schleimhauteinrisse
. Denn durch solche Muskelkrämpfe pressen Betroffene beim Stuhlgang in der Regel stärker.
Reicht der Riss bis in die Tiefe des inneren Schließmuskels, ist es möglich, dass sich durch das starke Verkrampfen das Bindegewebe um den Muskel vermehrt und mit der Zeit verhärtet (
Fibrosierung
). Diese Hautverdickung tritt vor allem bei einer chronischen Analfissur auf. Ärzte bezeichnen dies als
Vorpostenfalte
.
Weitere mögliche Symptome einer Analfissur sind:
Blut im Stuhl
: Wenn Sie
Blut
auf oder im Stuhl bei sich entdecken, ist es wichtig, dies grundsätzlich von einem Arzt abklären zu lassen. Neben einer Analfissur stecken in manchen Fällen nämlich ernsthaftere Ursachen (wie Krebs) dahinter.
Die Behandlung einer Analfissur richtet sich danach, ob es sich um einen akuten oder einen chronischen Afterriss handelt. Dabei unterscheiden sich die beiden Formen nicht nur hinsichtlich der Dauer, sondern auch in Bezug auf das Ausmaß der Gewebeveränderung:
Ärzte operieren eine Analfissur nur dann, wenn es unbedingt nötig ist, da eine Operation das Risiko birgt, den Afterschließmuskel zu verletzten. In diesem Fall ist es dem Betroffenen dann unter Umständen nicht mehr möglich, den Stuhlabgang zu kontrollieren (
Stuhlinkontinenz
).
Eine akute Analfissur behandeln Ärzte in der Regel mit
speziellen Salben oder Cremes
, die den Schließmuskel entspannen. Sie enthalten als Wirkstoffe meist
Kalziumantagonisten
(Nifedipin), seltener auch
Nitrate
. Betroffene salben damit für drei bis acht Wochen den
Anus
ein, wodurch sich der Muskel entspannt und das Gewebe wieder besser durchblutetet wird.
Die akute Analfissur heilt auch oft ohne therapeutische Maßnahmen ab. Allerdings besteht das Risiko, dass die Wundheilung so länger dauert und die Analfissur gegebenenfalls immer wieder auftritt. Durch die speziell verordneten Salben und Cremes vom Arzt heilt der Analriss in der Regel leichter und schneller ab.
Auch gegen die Schmerzen vor allem während oder nach dem Stuhlgang gibt es Abhilfe. Dazu verschreiben Ärzte bei einer Analfissur ebenso
Salben zur lokalen Betäubung der Haut
(anästhesierend). Die Salben enthalten beispielsweise den Wirkstoff
Lidocain
und sind meist rezeptfrei zu erhalten.
Daneben finden
entzündungshemmende Salben und Zäpfchen
Anwendung. Zum Beispiel Mittel mit Steroiden, diese verordnen Ärzte meist jedoch nur Patienten mit stärkeren Entzündungen.
Andere Salben, wie Zink- oder Dexpanthenol-Salbe, verschreiben Ärzte meist nicht. Wenn Sie solche Salben nutzen möchten, halten Sie am besten vorher Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt. Ebenso, wenn es um die Anwendung von Öl-Produkten, homöopathischen Mitteln oder Analtampons geht. Nur nach ärztlicher Abklärung sind mögliche negative Auswirkungen auf die Wunde auszuschließen.
Bevor Sie eine Salbe auftragen ist es ratsam, sich die Hände zu waschen. Das beugt Wundinfektionen vor.
Bei einer akuten Analfissur verordnen Ärzte in der Regel
keine Botox-Spritzen
in den Afterschließmuskel.
Neben den teils verschreibungspflichtigen Salben und Cremes zur Behandlung der Analfissur, raten Ärzte auch zu einigen Hausmitteln. Insbesondere die Stuhlregulation durch die Aufnahme von
Ballaststoffen
ist eine wichtige therapeutische Maßnahme, die sowohl zur Behandlung wie Vorbeugung wichtig ist.
Bei der Analfissur geht es darum, Verstopfung und Durchfall zu vermeiden und die
Verdauung
zu fördern. Aus diesem Grund stehen eine
ballaststoffreiche Ernährung
und gegebenenfalls Stuhlweichmacher wie gemahlene
Flohsamenschalen
neben den verordneten Salben und Cremes ebenso im Vordergrund der Analfissur-Therapie.
Dabei ist unbedingt auf eine
ausreichende Trinkmenge
zu achten. Denn Ballaststoffe regen die Darmbewegungen an, indem sie Wasser im Kot binden. Der Kot wird insgesamt weicher. Viele Ballaststoffe finden sich zum Beispiel in Vollkornprodukten, Gemüse und Obst.
Auch
Weizenkleie
wie Leinsamen und vor allem gemahlene Flohsamenschalen sind sehr wertvoll. Achten Sie insbesondere hier darauf, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Ansonsten ist es möglich, dass sich die Wirkung umkehrt und Verstopfung entsteht.
Tipp:
Wer plötzlich große Ballaststoffmengen verzehrt, bekommt manchmal
Blähungen
davon. Es ist ratsam, den Ballaststoffanteil Ihrer Ernährung langsam zu steigern. So hat Ihr
Verdauungssystem
Zeit, sich darauf einzustellen.
Auch
Sitzbäder
lindern laut Angaben von Betroffenen in vielen Fällen die Beschwerden der Analfissur. Dass Sitzbäder die Heilungsrate der Analfissur erhöhen, konnten Untersuchungen jedoch nicht nachweisen. In seltenen Fällen rufen Sitzbäder auch Hautirritationen hervor. Viele Betroffene empfinden die Wärme aber vor allem als angenehm.
Wenn Sie keine Badewanne besitzen, gibt es in der Apotheke oder in Sanitätshäusern Einsätze für die Toilette. Damit sind Sitzbäder ebenso einfach anzuwenden.
Daneben ist bei einer Analfissur die richtige
Analhygiene
wichtig:
Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.
Grundsätzlich versuchen Ärzte auch die chronische Analfissur zuerst mit konservativen Maßnahmen zu behandeln. Erst wenn dies zu keinem Erfolg führt, kommen operative Möglichkeiten zum Einsatz.
Auch bei der chronischen Analfissur zeigt die lokale Anwendung von Salben mit
Kalziumantagonisten
Wirkung. Der Erfolg ist bei der alternativen Anwendung in Tablettenform etwas geringer. Daneben kommen
Nitrate
zum Einsatz. Da diese jedoch öfter Nebenwirkungen wie
Kopfschmerzen
verursachen, bevorzugen Ärzte in der Regel die Kalziumantagonisten.
Bei einer chronischen Analfissur verschreiben viele Ärzte sogenannte
Analdehner
. Diese führen Betroffene dann mehrmals täglich in den Anus ein und dehnen ihn vorsichtig. Dadurch soll sich die Verkrampfung des Schließmuskels etwas verringern, wodurch die Haut beziehungsweise Schleimhaut besser durchblutet wird und Verhärtungen entgegenwirkt.
Zeigt sich nach etwa sechs Wochen noch kein Erfolg, ziehen Ärzte invasive oder operative Möglichkeiten in Betracht. Ein früherer Schritt zu operativen Behandlungsformen ist auf Wunsch des Patienten oder aufgrund von Komplikationen wie Fistelbildung möglich.
Im Allgemeinen ist die Analfissur-OP nur ein kleiner ambulanter Eingriff, oft ist eine Kurznarkose oder eine rückenmarksnahe Anästhesie ausreichend. Die Heilungschance der chronischen Analfissur ist durch die operative Therapie höher, und es kommt seltener zu erneuten Analfissuren.
Meist führt der Chirurg die sogenannte
Fissurektomie
durch. Bei dieser Operation entfernt er das entzündliche Gewebe sowie das umgebende Narbengewebe möglichst vollständig. Selten ist es notwendig, Fasern des Afterschließmuskels zu entfernen. Bei jüngeren Patienten ist der Eingriff meist ambulant. Ältere Patienten hingegen bleiben manchmal für die Operation kurzzeitig im Krankenhaus.
Wie jeder chirurgische Eingriff birgt die Analfissur-OP ihre Risiken: Speziell bei Operationen im Bereich des Afterschließmuskels, der sich ringförmig um den Anus legt, kommt es in seltenen Fällen zu Nervenschäden. Die mögliche Folge ist, dass sich der Stuhlgang nicht mehr kontrollieren lässt (
Stuhlinkontinenz
). Die Fissurektomie hat jedoch eine geringe Inkontinenzrate.
Der Heilungsprozess nach der Operation dauert recht lange (meist vier bis sechs Wochen). Kommt es zu einer
Wundinfektion
, dauert es mitunter noch länger. Bei Operationen am After ist das keine Seltenheit, weil diese Körperregion stark mit Keimen besiedelt ist.
Meist erhalten Betroffene nach einer Operation für die erste Zeit eine
Krankmeldung
. Wie lang diese ist, hängt von individuellen Faktoren ab. Zum Beispiel wie die Wundheilung verläuft, ob es Komplikationen gibt und welcher Tätigkeit der Betroffene nachgeht.
Damit es nicht wieder zu einem Analriss kommt, ist die
Nachsorge
nach der OP wichtig. Ärzte verordnen dann oft wieder Salben mit Kalziumantagonisten. Daneben sind Maßnahmen zur Stuhlregulation sowie eine gute Analhygiene wichtig. Bettruhe ist nicht notwendig. Langes Sitzen ist nach Eingriffen am After grundsätzlich nicht ratsam.
Eine neuere, aber teure Behandlungsmöglichkeit bei chronischer Analfissur sind
Botox-Spritzen in den Afterschließmuskel
.
Botox
(Botulinumtoxin) ist ein Nervengift, das den Schließmuskel für mehrere Wochen lähmt. So heilt das Geschwür in Ruhe ab.
Ärzte bieten die Botox-Behandlung bei der chronischen Analfissur als OP-Alternative an, teilweise auch in Kombination mit Operationen. Diese sorgen für die Entspannung des Schließmuskels und verschaffen Patienten manchmal eine Beschwerdelinderung nach der Operation. Eindeutige Belege dafür, dass Botox nach chirurgischen Eingriffen die Heilungsrate erhöhen, gibt es nicht.
Warum eine Analfissur entsteht, lässt sich oft nicht eindeutig klären. Häufige Ursache für eine Analfissur ist
zu starkes Pressen beim Stuhlgang
, gepaart mit häufiger
Verstopfung
oder häufigem
Durchfall
. Dies dehnt und reizt die Schleimhaut, und sie reißt dann leicht ein. Zu harter Kot entsteht beispielsweise durch eine chronische Verstopfung. Häufige Ursachen für Verstopfung sind unter anderem:
Daneben treten Analfissuren sowohl während der
Schwangerschaft
als auch nach der Geburt häufiger auf. Risikofaktoren sind hier Verstopfung während der Schwangerschaft, ein hohes Geburtsgewicht des Babys, eine lange Dauer der Schwangerschaft sowie der Presswehen während der Geburt.
Die Analfissur entsteht zudem im Zusammenhang mit manchen
Erkrankungen
. Zu diesen zählen:
In manchen Fällen sind
anale Sexualpraktiken
, bei denen es beispielsweise durch Sexspielzeug zu Verletzungen der Schleimhaut kommt, die Ursache für eine Analfissur. Zudem findet sich die Erkrankung durch beigefügte Verletzungen bei Vergewaltigungen oder Misshandlungen.
Eine Analfissur, die als Folge einer anderen Erkrankung (wie Morbus Crohn) auftritt, wird als sekundäre Analfissur bezeichnet. Im Gegensatz dazu ist eine primäre Analfissur eine eigenständige Erkrankung (etwa infolge zu starken Pressens beim Stuhlgang).
Wenn eine Analfissur innerhalb weniger Tage nicht von selbst abheilt, ist es ratsam, dass Sie in jedem Fall einen Arzt aufsuchen. Der richtige Ansprechpartner ist ein Facharzt für Erkrankungen des Enddarmes (
Proktologe
) oder ein Spezialist für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (
Gastroenterologe
). Auch der Hausarzt ist möglicher erster Ansprechpartner, der Sie dann weiterverweist.
Den meisten Betroffenen ist ihr Problem peinlich. Sie scheuen den Gang zum Arzt und versuchen lieber, die Beschwerden mit Hausmitteln in den Griff zu bekommen. Oft suchen sie erst dann Hilfe, wenn der Leidensdruck durch ständigen Juckreiz, Brennen, Schmerzen und Blutabgang zu groß ist. Hausmittel vermögen die ärztliche Behandlung aber allenfalls zu ergänzen, jedoch nicht zu ersetzen.
Bei einer Wunde im Bereich des Anus (wie einer Analfissur) ist die Gefahr einer Infektion sehr hoch. Hier tummeln sich nämlich sehr viele Keime. Warten Sie nicht zu lange mit dem Arztbesuch, eine Infektion ist unter Umständen mit schweren Komplikationen verbunden.
Der Arzt erkundigt sich zunächst nach der Krankheitsgeschichte (
Anamnese
). Er befragt den Patienten ausführlich zu seinen Beschwerden. Mögliche Fragen dabei sind:
Häufig ist die Beschreibung des starken, reißenden Schmerzes während und nach dem Stuhlgang das typischste Anzeichen für die Analfissur.
Anschließend inspiziert der Arzt den Analbereich und tastet ihn vorsichtig ab. Aufgrund der Schmerzen beschränkt sich diese Untersuchung oft auf ein Spreizen der betroffenen Stelle, so ist der Riss oft bereits sichtbar. Zudem finden sich die charakteristischen hochschmerzhaften Schleimhautverletzungen in der Regel an den zu erwarteten Stellen.
Eine rektale Untersuchung ist in vielen Fällen erst nach lokaler Betäubung möglich. So ist es dem Arzt möglich zu beurteilen, ob es sich vielleicht doch um Hämorrhoiden, rektale Abszesse oder andere Erkrankungen des Afters handelt.
Liegt eine Analfissur vor, macht der Arzt gegebenenfalls eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie). Dabei ist es möglich, das Innere des Enddarms genauer zu betrachten und Schleimhautproben zu entnehmen. Für die Proktoskopie erhält der Patient meist eine örtliche Betäubung (
Lokalanästhesie
) – denn bei einer Analfissur ist die Untersuchung in manchen Fällen recht schmerzhaft.
Wenn der Arzt Anzeichen einer bösartigen Erkrankung wie ein Analkarzinom entdeckt, sind gegebenenfalls weitere Untersuchungen nötig. Das sind zum Beispiel Blutuntersuchungen, eine
Darmspiegelung
(Koloskopie),
Computertomografie
(CT) oder
Kernspintomografie
(Magnetresonanztomografie, MRT).
Eine akute Analfissur heilt meist nach einigen Wochen problemlos ab. In vielen Fällen kommt es ohne therapeutische Maßnahmen zur Spontanheilung. Da viele Betroffene den Weg zum Arzt scheuen, basieren die Daten jedoch auf Schätzungen.
Mit konservativen Maßnahmen heilen 60 bis 90 Prozent der akuten Analfissuren ab. Unbehandelt besteht dagegen die Gefahr, dass Analfissuren länger anhalten oder immer wieder auftreten (chronischer Verlauf).
Vorbeugende Maßnahmen zeigen sich als effektiv, um wiederkehrende Analfissuren zu verhindern. Aber auch eine chronische Analfissur ist in den meisten Fällen mittels Operation gut zu behandeln. Ob akut oder chronisch – nach erfolgreicher Behandlung einer Analfissur ist es wichtig, die Ursachen und Risikofaktoren (wie harter Stuhl, starkes Pressen) zu beseitigen.
Zu den häufigsten Komlikationen, die durch eine Analfissur entstehen, zählen
Analfisteln
(Verbindungsgänge). Das Risiko für Infektionen oder Abszesse (Eiteransammlungen) besteht ebenso, vor allem aufgrund der hohen Keimzahl in diesem Körperbereich.
Komplikationen, die im Rahmen der Behandlung der Analfissur entstehen sind unter anderem:
Da die Analfissur meist durch Verdauungsstörungen wie chronische Verstopfung oder chronischen Durchfall und ein starkes Pressen auf der Toilette verursacht ist, ist es ratsam, dem entgegenzuwirken. Vorbeugende Maßnahmen, die für einen geregelten und weichen Stuhlgang sorgen, sind unter anderem:
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.
Dr. med. Mira Seidel ist freie Autorin der NetDoktor-Medizinredaktion.
Carola Felchner ist freie Autorin in der NetDoktor-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.
Analfissur
Kurzübersicht
Was ist eine Analfissur?
Welche Symptome treten auf?
Wie kann eine Analfissur behandelt werden?
Akute Analfissur: Konservative Behandlung
Salben und Cremes bei Analfissur
Hausmittel als Teil der Therapie bei Analfissur
Ballaststoffe und weicher Stuhl
Sitzbäder
Analhygiene
Chronische Analfissur
Operationen
Botox-Spritzen
Wie entsteht eine Analfissur?
Wie wird eine Analfissur festgestellt?
Patientengespräch
Körperliche Untersuchung
Enddarmspiegelung
Weitere Untersuchungen
Wie verläuft eine Analfissur?
Komplikationen
Kann man einer Analfissur vorbeugen?
Autoren- & Quelleninformationen